Vortrag: (Fette) Körper und therapeutische Praxis: Sensibilisierung für Dicken_Fettendiskriminierung

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Liebe Studierende,

am Mittwoch, den14.10., findet von 13 bis 15 Uhr im G22A - R208 ein Vortrag zum Thema "(Fette) Körper und therapeutische Praxis: Sensibilisierung für Dicken_Fettendiskriminierung" statt.

Die dozierende Dipl. Psycholog_in Mäks Roßmöller die sich mit kritische Psychologie, Antipsychiatrie [u.a. Herausgeber von „Gegendiagnose“ https://www.edition-assemblage.de/gegendiagnose/] und Antidiskriminierungsarbeit zu den Themen Nichtbinarität, Transgender und Körpernormierung bzw. Fettdiskriminierung beschäftigt, wird in einem Vortrag gemeinsam folgende Themen vortragen und diskutieren:

Was bedeutet Dicken_Fettendiskriminierung allgemein und wie zeigt sie sich in therapeutischen Verhältnissen?
Wie interagiert Dicken_Fettendiskriminierung mit anderen Diskriminierungsformen?
Welche Konsequenzen hat ein dicker_fetter Körper sowohl auf die sexuell_geschlechtliche Entwicklung als auch auf die aktuelle Lebenswelt?
Wie kann Therapie ein Raum sein, in dem transformativ darauf Einfluss genommen werden kann? Wie kann ich als Therapeut_in sensibel mit dem Thema umgehen, besonders wenn ich davon nicht betroffen bin? Welche Fallstricke gibt es?
Was bedeutet Körperpositivität konkret in Therapiezusammenhängen?
Gemeinsam wollen wir dem Thema „zu Leibe“ rücken, was es heißt in dieser Welt zu sein, die dicke_fette Körper mit negativen Eigenschaften wie z.B. krank, faul und hässlich assoziiert. Dafür werde ich mich als fette Person und Therapeut_in i.A. mit meinem autobiographischen Wissen zur Verfügung stellen und konkret auf den Beratungs_Therapiekontext eingehen, bevor wir uns Beispielen aus eurer Praxis widmen.

Falls euer Interesse geweckt ist, kommt gerne vorbei!

Von 16-19 Uhr findet zudem ein Empowermentworkshop mit dem Titel "SPECKtakulär: Empowermentworkshop für Studierende, die von Schlankheitsnormen abweichen" statt im G22A - R217 . Zu diesem sind alle Studierenden Eingeladen die sich angesprochen fühlen.

Zum Workshop:
Ziel des Workshops ist es Raum für körperpositive Bestärkung von Menschen zu schaffen, die sonst eher von Beschämung und Diskriminierung aufgrund ihres dicken_fetten* Körpers betroffen sind.
Kaum ein anderes Gewebe ist gesellschaftlich derart negativ aufgeladen und in Gesundheits-, Leistungs- und Begehrensdiskurse verstrickt. Durch einen kurzen Input zu Fett als Gewebe, wollen wir ihm eine neue Rahmung geben: Wie sieht das überhaupt aus? Was sind Aufgaben und Eigenschaften? Gefüttert mit diesen neuen Bildern wollen wir uns zusammen kleinen Spürexperimente widmen (keinerlei „fitness“ oder ähnliches nötig, keine Berührungen).
Danach tauschen wir uns als (angehende) Psycholog_innen aus: über unser Fett und was uns darüber erzählt wurde, was das mit unserer Beziehung zu unserem Körper verändert hat, die Erfahrungen als dicke_fette Person in dieser Welt, Wünsche und subversive Strategien, Widerstand und fette Vorbilder. Über was uns zugetraut wird und welche Bündnisse wir uns wünschen.

*dick_fett bezieht sich nicht auf Gewicht oder medizinische Maße für Schlankheit. Es ist eine Selbstbezeichnung, die bedeutet, dass wer von einer Schlankheitsnorm abweicht, dafür strukturell diskriminiert (z.B. sind öffentliche Räume nicht auf sie ausgerichtet, wie Sitzgrößen und wie viel Kilogramm sie tragen, oder gesellschaftlich wird dick_fett mit hässlich, faul und willensschwach verbunden) oder beschämt wird (z.B. beschimpft oder immer wieder aufgefordert werden abzunehmen).
Sich dick_fett zu nennen bedeutet auch, das als politisch anzusehen und abzulehnen. Dafür werden diese negativ besetzten Wörter zurück genommen und ihnen eine neue Bedeutung gegeben. Eingeladen sind somit alle Menschen, die sich damit identifizieren können.


Wir freuen uns über rege Teilnahme und wünschen euch einen guten Start ins neue Semester!

Euer Fara FNW

Letzte Änderung: 14.10.2019 - Ansprechpartner:

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